Holsteins Gier nach Fläche ist unersättlich – wieder zu Lasten von Kleingärten

11. Oktober 2026

Gemeinsame Presseerklärung von BUND und NABU

Holsteins Gier nach Fläche ist unersättlich – wieder zu Lasten von Kleingärten

Gerade erst sind u.a. 21 Kleingärten wegen des Stadionausbaus für die 1. Herrenmannschaft des KSV Holstein Kiel vernichtet worden, welcher die öffentliche Hand 30 Mill. Euro kostet. Der Verein wünscht sich erneut, jetzt für seine Damenmannschaft sowie die Nachwuchsabteilung, die Fläche einer funktionierenden Kleingartenanlage in Projensdorf. Ökologisch wertvolle Flächen sollen kurzgeschnittenen Rasenplätzen und Zweckbauten weichen. Und während die Kleingärten generationsübergreifend ganzjährig genutzt werden können und ein wichtiger Baustein für das Kieler Sozialleben sind, wird das erweiterte Leistungszentrum nicht für die Allgemeinheit nutzbar sein.

„Der Wert von Kleingärten für das innerstädtische Klima, für die Stadtgesellschaft und für die Natur ist 10 Jahre nach Erstellung des Kleingartenentwicklungskonzeptes scheinbar immer noch nicht begriffen worden. Waren die Bekenntnisse der Stadt zum Kleingartenkonzept doch nur heiße Luft? Die Naturschutzverbände NABU und BUND fordern dringend Politik und Verwaltung auf, dieses ignorante Begehren zurückzuweisen“, so Hartmut Rudolphi vom NABU Kiel.

Ähnliche Pläne gab es schon 2013-2015. Damals als gemeinschaftlich zu nutzendes Nachwuchsleistungszentrum für THW und Holstein, durch das gleiche Architekturbüro wie jetzt vorgeplant. Damals mit vielen Hinterzimmergesprächen zwischen dem damaligen Bürgermeister Todeskino und den Vereinsoberen, Todeskino trat dann plötzlich mit Enthusiasmus für diese Pläne vor die Öffentlichkeit (die KN berichtete). Peu à peu wurde die ganze Hinterzimmerpolitik bekannt. Im weiteren Verlauf kam es dann zu einem deutlich transparenten Vorgehen - aber immer noch ohne Einbindung von Kleingärtnern oder Ortsbeirat im Sinne einer echten Öffentlichkeitsbeteiligung.

„Die Umweltverbände fordern diesbezüglich von Anfang an eine Gläserne Akte, in der alte Dokumente zum Thema eingestellt werden inklusive Gesprächsmitschriften von Verwaltung/Politik und Vorhabenträgern. Das übliche Vorgehen, ein Bebauungsplanverfahren zu eröffnen, bevor die Stadtgesellschaft an dem Entscheidungsprozess beteiligt wurde, darf sich in Zeiten von zunehmendem Misstrauen gegenüber Politik und Behörden nicht wiederholen“, so Ulrike Hunold vom BUND.

 

 

 

 

 

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