Kreisgruppe Kiel

Herr Krieger wäscht grün - doch die Realität bleibt grau

19. August 2021

Pressemitteilung der BUND-Kreisgruppe Kiel und der NABU-Ortsgruppe Kiel

Prüner Schlag vor Krieger

Pressemitteilung der BUND-Kreisgruppe Kiel und de NABU-Ortsgruppe Kiel

Herr Krieger wäscht grün - doch die Realität bleibt grau

Pünktlich zum Endspurt bis zur Eröffnung des Möbelmarktes Höffner findet sich Kurt Krieger auf der 1. Seite der KN wieder. Dort steht noch Kritik am bisherigen Vorgehen, aber schon mit Neugier, was denn da an Zusatz für die Natur durch Auslobung von bis zu 100.00€ für ökologische Projekte herauskommen könnte. Zudem wird sein Besuch im Ortsbeirat Mitte einen Monat vor Eröffnung angekündigt.

Wir erinnern uns: Umweltminister Albrecht startete nach den Umweltzerstörungen auf dem Prüner Schlag erfolgreich eine Bundesratsinitiative , um in Zukunft ähnliche Zerstörungen adäquat bestrafen zu können. Die Rede war hier von Millionen statt der bisherigen, auf Krieger zukommenden 50.000€. Jetzt zusätzlich 100.000€ für Umweltprojekte auszuloben ist eine Kampagne für Imagegewinn - immer noch aus der Portokasse bei 23 Möbel Höffner in Deutschland gezahlt.

Anfang des Jahres erwartete man eine Krieger-Zuschaltung zum Bauausschuss, nachdem die Zerstörungen auf dem Prüner Schlag publik geworden waren; diese wurde kurzfristig aufgrund der laufenden Ermittlungen abgesagt. Diese Ermittlungen laufen immer noch; jetzt ist das aber kein Hinderungsgrund mehr aufzutreten.

Statt dessen kommen in Interview jetzt die wahren Absichten des Kurt Krieger zum Vorschein: Die Möbelmärkte umgebenden Maßnahmenflächen als Ausgleich für die Zerstörung des Kleingartengeländes durch die Bautätigkeit erscheinen ihm halt doch zu ökologisch: nämlich kein Erholungspark für durch Einkauf gestresste Besucher oder vom Verkehrslärm vergräzte Anwohner. Für die Errichtung eines solchen Parks hat im vergangenen Herbst schon eine erhebliche Vorarbeit durch Rodung von u. a. 800m Hecken stattgefunden. Durch den Kontakt zu den Anwohnern möchte Herr Krieger nun auch den Zweck der Flächen ändern. Dabei vergisst er, dass sein Bauprojekt einen Abwägungsprozess durchlaufen hat, in dem zum Schutz der vorhandenen Tier- und Pflanzenwelt unbedingt das Kleinparzellige der ehemaligen Kleingärten erhalten werden sollte.

BUND und NABU appellieren an die Kieler Bürger und Bürgerinnen sich nicht durch die grünen Worte täuschen zu lassen: "Der Bau von zwei großen Möbelmärkten auf einem ehemaligen Kleingartengelände bleibt in Zeiten von Klimawandel und Starkregenereignissen eine Katastrophe", so Ulrike Hunold für die BUND Kreisgruppe. "Die Macht eines Kurt Kriegers endet am gültigen Umweltrecht: Das Gelände des Prüner Schlag kann nicht in einen großen Krieger-Park umgewandelt werden, da Ausgleich für den Verlust von Kleingärten vor Ort geleistet werden muss", so Hartmut Rudolphi vom NABU. Beide appellieren an den Ortsbeirat Mitte, "Kurt Krieger erst dort Raum zu geben, wenn ein vom Umweltamt abgesegneter, seit vielen Monaten längst überfälliger Maßnahmenplan für die Ausgleichsflächen auf dem Prüner Schlag vorliegt".

Zur Übersicht